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Der Wert der Perle
 

Im Reich der Perlen unterscheidet man in verschiedene Arten, welche unterschiedliche Herkunfts-bzw. Zuchtgebiete haben. Die Herkunft und somit auch die Umfeldbedingungen, in denen die Perlen heranwachsen, spielen eine große Rolle, wenn es um die Qualität, die Größe und der Lüster einer Perle geht. Viele unserer Kunden fragen sich, warum eine Süßwasserperle meistens so viel weniger kostet, als eine Akoya- oder Tahitiperle. Durch unsere geografische Visualisierung versuchen wir dies, bildhaft zu veranschaulichen (lesen Sie mehr zu unserer Visualisierung). Süßwasserzuchtperlen entstehen, wie der Name schon verrät, in der Obhut von Süßwassermuscheln in Seen oder Flüssen. Die Hyriopsis Cumingii oder Schlegelii kann schon im Alter von 6 bis 12 Monaten bekernt, also zur Zucht verwendet werden. Sie ist eine wahre Zuchtmaschine, da es möglich ist, bis zu 64 Perlen in einer Hyriopsis heranzuzüchten. Zudem ist der Eingriff (Beschnitt des Gewebes & Einsetzen eines fremden Gewebestückes) weniger belastend, als für die aus dem Salzwasser stammenden Artgenossen. Als Vergleich: Akoyamuscheln können max. zwei Perlen (bekernt) hervorbringen. Unter normalen Umständen können in einer Süßwassermuschel 2- 8mm große Perlen entstehen. Perlen mit einem Durchmesser von über 8 -12 mm entstehen meist nur durch Bekernung durch einen industriell angefertigten Perlmuttkern, welcher zusätzlich zum Gewebestück in die Muschel eingesetzt wird. Die Muscheln entwickeln über einen Zeitraum von 1,5 – 4 Jahren Perlen von unterschiedlicher Qualität. Max. 1- 2 Prozent sind rund. Perlen von minderer Qualität werden umgangssprachlich auch als Rice Crispies bezeichnet (Bezeichnung stammt aus der chinesischen Züchtung). Süßwasserzuchtperlen, die mit der Hilfe eines Perlmuttkerns gezüchtet werden, werden auch Ming- oder Edisonperlen genannt. Perlen, die durch Bekernung entstehen, haben einen wesentlich kräftigeren Glanz und sind zudem seltener und größer. In der Herkunft und Züchtung kommt es nicht selten vor, dass japanische Zuchtperlen, acht bis elf Mal so viel wert sind wie Chinesische. Neben der Menge an Perlen, die eine Muschel hervorbringen kann, spielt auch die Form der Perle eine Rolle. Je runder und makelloser eine Perle ist, desto wertvoller ist sie. Zudem verlangt es jahrelange Erfahrung, eine Kette aus annähernd gleichen Perlen zu binden. Hierbei muss neben der Form, auch der Lüster, die Farbe und die Größe berücksichtigt werden. Der Wert einer Akoyaperle in Relation zu einer Süßwasserperle lässt sich vor allem durch die Menge an Perlen, die eine Muschel hervorbringen kann erklären, sowie durch die allgemeine Herkunft. Akoyaperlenn sind durch das Züchten in Salzwasser, natürlichen Fressfeinden, Flutwellen und Tsunamis ausgesetzt, was die Wahrscheinlichkeit einer tadellosen, meist einjährigen Wachstumsphase minimiert. Einhergehend ist es sehr schwer, gleichfarbige, gleichförmige und Perlen mit der gleichen Qualitätsstufe zu finden. Zudem ist der Lüster durch das Heranwachsen in eher kälteren Gewässern unverwechselbar schön. Der Wert einer Tahitiperle lässt sich auch wie bei anderen Arten durch die Form, Qualität und der Lüster definieren. Hier spielt aber vor allem aber auch die Herkunft eine Rolle. Eine Tahiti darf nur den besagten Namen tragen, wenn sie in Französisch-Polynesien gezüchtet wurde. Tahitiperlen sind demnach seltener als Süßwasserperlen.  Grundsätzlich lässt sich in vier Klassifizierungen unterscheiden. AAA ist die Bezeichnung für die höchste Qualität, wobei AA+ für Perlen mit minimalen Makeln steht. Der Unterschied zwischen diesen beiden Stufen ist für einen Laien kaum zu erkennen. Die dritte Klassifizierungsstufe ist AA, wobei eine Perle mindestens 85 Prozent makellos sein muss. Die anderen 15 Prozent zeichnen sich vor allem durch Wachstumsstellen aus. Die geringste Stufe ist A. Hierbei bestehen min. 25 Prozent der Perlenoberfläche aus Wachstumsstellen. Häufig werden A Perlen zur Weiterverwertung genutzt, wie z. B. für Ringe, Ohrstecker usw., da die Unreinheiten kaschiert werden können.

 

Das Besondere für jeden Anlass.

N. Kentrup & R. Busse

(Sie lesen gerade: Der Wert der Perle 26.03.2019)