Süßwasserperlen

 
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Süßwasserperlen reifen in der Obhut von Süßwassermuscheln (Hyriopsis Cumingii)heran. Die Brutstätten können Flüsse, Seen und Bäche sein, wobei die Züchtung im konventionellen Sinne eher in Seen Chinas erfolgt. Über dies hinaus sind auch Japan und die USA renommierte Zuchtländer. Die Süßwasserzuchtperle sucht, im Reich der Perlen, seines gleichen, da keine andere Perlenart vielseitiger in Form- und Farbgebung ist.

Durch ihre Robustheit, ihre Vielfalt und ihren Preis, erfreut sich die Süßwasserperle über eine große Beliebtheit. Da Perlen bei einer Größe von 2 -8mm meist ohne industriell gefertigten Perlmuttkern gezüchtet werden, besteht die hervorgebrachte Perle aus reinem Perlmutt. Bei der Züchtung werden auf jeweils einer Muschelseite bis zu 32 Schnitte gesetzt, in welche ein fremdes Gewebestück der gleichen Austernart eingesetzt wird. Die Perle identifiziert das Fremdgewebe und bettet diese zunächst in einen Perlensack, um Infektionen zu vermeiden. Schicht für Schicht wird das Gewebestück ummantelt - eine Perle entsteht. Die Hyriopsis Cumingii kann im Alter von 6 bis 12 Monaten zur Züchtung verwendet werden. Eine Pictada Margaritifera, welche Tahitiperlen hervorbringt, kann als Vergleich, erst mit drei Jahren zur Zucht genutzt werden. Nach der Einsetzung der Gewebestücke werden die “operierten” Austern zurück in ihrer natürliche Umgebung gesetzt, wo diese dann innerhalb von 2- 4 Jahren erntereife Perlen hervorbringen. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine vollrunde Perle entsteht liegt bei 1-2 Prozent. Die Zuchtperlenforschung und Technik ist mittlerweile soweit vorangeschritten, dass sich Süßwasserperlen qualitativ nur noch sehr schwer von bspw. Akoyaperlen unterscheiden lassen. Seit einiger zeit stiegt das Interesse an den Süßwasserzuchtpereln, da diese eine wirkliche Alternative zu den viel teureren Artgenossen aus dem Salzwasser bieten.

Süßwasserzuchtperlen-Coins

Im japanischen Biwasee wird eine besondere Art von Süßwasserperle gezüchtet, die Kasumiga Ura Perle, welche aus einer Hybridmuschel entstammt. Durch die Überfischung und die Umweltverschmutzung des Biwasees in den 70. Jahren züchteten Forscher eine Hybridmuschel, welche den Umweltbedingungen trotzen konnten. Die aus diesen Muscheln stammenden Perlen werden mithilfe eines Perlmuttkerns gezüchtet. Sie werden auch Edison- oder Mingperlen genannt. Jährlich dürfen nur 10.000 dieser Perlen gezüchtet werden, wodurch die Exklusivität enorm ist. Nur wenigen Liebhabern kann der Besitz einer Mingperle ermöglicht werden. Durch ihre Seltenheit ist sie eher ein Nischenprodukt und nicht für den konventionellen Großmarkt.

Der unterschied zwischen Akoyaperlen und süßwasserperlen

Süßwasserperlen und Akoyaperlen differenzieren sich durch den Zuchtprozess, den Kern und die Form. Überwiegend werden Süßwasserperlen mit Gewebe bekernt, Akoya-Perlen im Gegensatz, werden durch das Einsetzen eines Perlmuttkerns in Verbindung mit einem Gewebestück gezüchtet. Die Süßwasserperle besteht komplett aus Perlmutt, was sie besonders robust macht. Bei Akoyaperlen wird um im Laufe des Zuchtprozesses ein dünner Mantel um den Fremdkörper gebildet. Dieser “Mantel” ist abhängig von der Zuchtdauer, meist zwischen 0,15 mm und 0,3 mm dünn. Zudem werden Akoyperlen in kälteren Gewässern gezüchtet. Durch die etwas niedrigeren Temperaturen und das Salzwasser entsteht eine besonders schöne Lüster. Die Pinctada Martensii bringt üblicher Akoyaperlen von 2- 11 mm hervor, wobei die Wachstumsdauer 10- 12 Monate beträgt. Durch das zusätzliche Einsetzen eines Perlmuttkerns ist die Wahrscheinlichkeit, eine vollrunde Perle zu züchte wesentlich höher, als bei Süßwasserperlen. Ebenso sind Akoyaperlen häufig voll rund und sind durch ihre Lüster kaum zu verkennen.

Ein weiterer Unterschied ergibt sich aus der Menge an Perlen, die aus einer Auster gezüchtet werden kann. Eine Süßwasserauster kann bis zu 64 Perlen entwickeln, wobei eine Martensii max. zwei Perlen hervorbringen kann. Hinzukommt, dass Süßwassermuscheln pflegeleichter sind. Ein Eingriff in das Mantelgewebe macht ihr deutlich weniger aus, als einer Salzwasserauster. Zudem ist die Sterberate bedingt durch die Züchtung in Seen und Flüssen geringer. Salzwasseraustern sind dem Meer ausgesetzt und somit häufig Opfer von natürlichen Phänomenen wie Flutwellen und Taifunen.

N.kentrup & R.Busse

Sie lesen gerade: Perlenarten: Süßwasserperlen: Veröffentlicht am 20.03.2019 (weiter Informationen finden Sie unter www.harbour-s.com)